: Ermittlungen nach Flüchtlingsunterkunft-Brand

05.06.2023 | 07:54 Uhr
In einer Flüchtlingsunterkunft in Thüringen bricht ein Feuer aus. Ein Mensch stirbt. Vieles deutet darauf hin, dass es sich dabei um einen Neunjährigen aus der Ukraine handelt.

Bei einem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft im thüringischen Apolda ist ein Mensch ums Leben gekommen. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, um die Brandursache zu klären.

04.06.2023 | 00:18 min
Nach dem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Apolda, bei dem wohl ein Junge aus der Ukraine ums Leben kam, gehen die Ermittlungen weiter. Die Ursache für das Feuer am Sonntagmorgen war noch unklar.
Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hatte am Abend auf Twitter geschrieben: "In Apolda starb heute ein Kind, das mit seiner Familie bei uns Schutz vor Putins Bomben gesucht hat. An solchen Tagen könnte man verzweifeln."
Tweet von Innenminister Maier

Obduktion soll Identität des Toten klären

Bei dem Feuer waren zudem mehrere Menschen verletzt worden. Die Polizei hatte mitgeteilt, es sei eine Person ums Leben gekommen. Ein neun Jahre alter Junge aus der Ukraine werde seit dem Brand vermisst.
Ob es sich bei dem Todesopfer um das Kind handelt, könne aber erst nach einer gerichtsmedizinischen Untersuchung mit abschließender Sicherheit gesagt werden, so die Polizei. Der Leichnam sollte noch am Sonntag zur Gerichtsmedizin gebracht werden. Ein Ergebnis der Obduktion werde frühestens am Montag erwartet, so die Polizei.
"Ich werde alles daran setzen, dass die Brandursache aufgeklärt wird. Es muss hier vollständige Klarheit herrschen", schrieb Maier bei Twitter weiter.

245 Menschen mussten Gebäude verlassen

Das Feuer war im Wohnbereich der Unterkunft ausgebrochen. 245 Menschen, darunter viele Kinder, mussten das Gebäude laut Polizei verlassen. Die Angaben zur Zahl der Verletzten und Betroffenen schwankten im Tagesverlauf. Zuletzt schrieb die Polizei in einer Mitteilung von elf Menschen, die medizinisch behandelt wurden, neun kamen in ein Krankenhaus.
Die Staatsanwaltschaft Erfurt habe ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet, sagte ein Sprecher der Polizei. In Brandfällen mit Todesopfern sei das das standardmäßige Vorgehen. Dafür müsse auch kein Anfangsverdacht auf ein Verbrechen im Raum stehen. Zur Höhe des Sachschadens konnte die Polizei noch keine Auskunft geben.

Ramelow: Gedanken bei Familien

Thüringens Migrationsministerin Doreen Denstädt (Grüne) lehnte voreilige Einschätzungen über die Brandursache ab. Sie war am Sonntag selbst nach Apolda gekommen, um sich über die Situation zu informieren. Es sei zu früh für Aussagen zum Hergang, so die Politikerin.
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) schrieb bei Twitter: "Meine Gedanken sind bei der Familie und in der Trauer verbunden! Allen Verletzten eine schnelle Genesung."
Tweet von Bodo Ramelow
Quelle: dpa

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