: Atomwaffen: "Aufgeregte Debatte zur Unzeit"

14.02.2024 | 17:00 Uhr
Die jüngste Atomwaffen-Debatte hält Verteidigungsminister Pistorius für eine "Eskalation in der Diskussion, die wir nicht brauchen". Man solle nicht jedes Trump-Zitat überbewerten.

Nach den Trump-Äußerungen zur Nato wird auch über einen atomaren Schutzschirm in Europa diskutiert.

13.02.2024 | 01:19 min
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat mit deutlicher Kritik auf die Debatte über ein europäisches System atomarer Abschreckung reagiert. "Das ist eine wirklich so komplexe Diskussion, die man nicht mal eben lostreten sollte", sagte der SPD-Politiker am Rande von Terminen bei der Nato in Brüssel.
Die Nukleardebatte brauchen wir jetzt aktuell wirklich als Letztes. Das ist eine Eskalation in der Diskussion, die wir nicht brauchen.
Boris Pistorius, Bundesverteidigungsminister
Konkret kritisiert Pistorius dabei, dass die Diskussion wegen eines Wahlkampfauftritts des früheren US-Präsidenten Donald Trump geführt wird. Trump habe auf Atomwaffen nicht einmal Bezug genommen.

18 Mitglieder werden das Zwei-Prozent-Ziel bei den Militärausgaben erreichen, auch Deutschland - erstmals wieder. Das teilte Nato-Generalsekretär Stoltenberg beim Nato-Treffen mit.

14.02.2024 | 02:58 min

Pistorius: Europa muss "Hausaufgaben machen"

Grundsätzlich warnte Pistorius vor einer Überreaktion auf Aussagen Trumps. "Ich halte nichts von aufgeregten Debatten zur Unzeit und erst recht nichts davon, jedes Zitat aus dem amerikanischen Wahlkampf von jemandem, der Kandidat werden will, auf die Goldwaage zu legen", sagte Pistorius.

"Es wäre sinnvoller sich auf Dinge zu konzentrieren, die man kurzfristiger umsetzen könnte", so die Einordnung von ZDF-Korrespondent Neuhann zur Nukleardebatte.

14.02.2024 | 01:37 min
Man tue sehr gut daran, nicht ständig wie das Kaninchen auf die Schlange auf den möglichen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner oder auf die US-Wahlen zu schauen. Stattdessen gelte es, die "Hausaufgaben zu machen", erklärte er mit Blick auf die Verteidigungsfähigkeiten Europas. "Das ist in den letzten zehn Jahren nicht immer ausreichend passiert."

Die Debatte über eine atomare Aufrüstung in der EU bleibe theoretisch, so ZDF-Korrespondent Ulf Röller. Eine schnelle Lösung werde es in Brüssel nicht geben.

13.02.2024 | 06:32 min

Trump drohte Nato-Mitgliedern

Hintergrund neuer Diskussionen über ein mögliches zusätzliches System der atomaren Abschreckung in Europa ist die mögliche Wiederwahl von Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im November. Der Republikaner hatte am Wochenende bei einem Wahlkampfauftritt deutlich gemacht, dass er Nato-Bündnispartnern mit geringen Verteidigungsausgaben im Fall eines russischen Angriffs keine amerikanische Unterstützung gewähren würde.

Unter anderem die SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl, Katarina Barley, zog daraufhin die Verlässlichkeit des US-Atomwaffen-Schutzschirms in Zweifel. Zur Frage, ob die EU eigene Atombomben brauche, sagte sie dem "Tagesspiegel": "Auf dem Weg zu einer europäischen Armee kann also auch das ein Thema werden."

Immer wieder droht der russische Präsident Wladimir Putin im Konflikt mit der Ukraine mit dem Einsatz von Atomwaffen. Die atomare Abschreckung scheint nicht mehr zu funktionieren.

24.05.2024 | 29:05 min

Lindner: Mehr Kooperation mit Frankreich und Großbritannien

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) sprach sich für mehr Kooperation mit Frankreich und Großbritannien bei der atomaren Abschreckung aus. "Der französische Präsident Emmanuel Macron hat verschiedentlich Kooperationsangebote vorgetragen", schrieb der FDP-Vorsitzende in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".
Die jüngsten Äußerungen von Donald Trump sollten wir als Aufforderung verstehen, dieses Element europäischer Sicherheit unter dem Dach der Nato weiterzudenken.
Christian Lindner, Bundesfinanzminister
Zu der Frage, ob sich die Bundesregierung zu Angeboten Macrons nicht verhalten müsse, sagte hingegen Pistorius: "Nein, das müssen wir nicht." Aus seiner Sicht müsse der amerikanische Schutzschirm gehalten und nicht leichtfertig aufgegeben oder infrage gestellt werden. "Dafür gibt es keinen Anlass", betonte er.

Das Problem auf europäischer Ebene sei, dass die Partner unterschiedlicher Meinung seien, sagt Sicherheitsexpertin Julia Berghofer.

13.02.2024 | 13:13 min
Quelle: dpa, AFP

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