: Auf den Spuren von Hamas-Führer Al-Sinwar

14.02.2024 | 11:52 Uhr
Seit Beginn des Gaza-Kriegs fehlte jede Spur von Hamas-Führer Jahia Al-Sinwar. Jetzt hat Israel Einblicke in die Suche nach ihm gegeben.
Hamas-Chef Jihia al-Sinwar (Archivfoto)Quelle: Imago
Die israelische Armee hat ein Video veröffentlicht, das den Hamas-Anführer im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar, zeigen soll - angeblich auf der Flucht. Es sei von einer Überwachungskamera in einem Tunnel der Hamas aufgenommen worden und stamme aus den Tagen nach dem Großangriff der Islamisten auf Israel, heißt es. Sollte die Aufnahme authentisch sein, wären dies seit Kriegsbeginn die ersten Bilder von Al-Sinwar.
Wo er und sein Führungsstab sich heute aufhalten, ist unbekannt. Armeesprecher Daniel Hagari sagte:
Die Jagd nach Al-Sinwar wird nicht enden, bis wir ihn fassen, tot oder lebendig.
Daniel Hagari, Armeesprecher Israel

Echtheit des Videos nicht bestätigt

Auf der kurzen Aufnahme ist ein Mann von hinten zu sehen, der den von der Kamera erfassten Tunnelabschnitt durchschreitet und dessen Silhouette der von Al-Sinwar ähnelt. Nach Darstellung des Militärs soll es sich bei den weiteren zu sehenden Personen um Al-Sinwars Frau und Kinder handeln. Die einzige Person, die von vorn zu sehen ist, soll Al-Sinwars Bruder Ibrahim sein.

Israel sei fest entschlossen die letzten Hamas-Einheiten in Rafah zu zerschlagen, so ZDF-Korrespondent Bewerunge. Bislang gelang der Schutz der Zivilisten dort "nicht ansatzweise".

13.02.2024 | 01:57 min
Die Echtheit des Videos ließ sich nicht unabhängig bestätigen. Unklar ist auch, wo sich der betreffende Tunnel befindet. Das Video zeigt angeblich, wie der Hamas-Kriegsherr mit seinen Angehörigen gerade "fliehe", hieß es. Israel beschuldigt Al-Sinwar, der Drahtzieher des beispiellosen Angriffs der Hamas am 7. Oktober zu sein.

Tresor mit Banknoten in Millionenhöhe

Israels Armee will zudem auf ein Versteck Al-Sinwars gestoßen sein. In dem Tunnelabschnitt unter der seit Wochen umkämpften Stadt Chan Junis im Süden des Gazastreifens habe er mit seiner Familie und einigen seiner Kämpfer gelebt, während über ihnen der Krieg tobte, teilte Hagari mit und veröffentlichte dazu ein weiteres kurzes Video von einem Rundgang durch das mutmaßliche Versteck.

Während Israel offenbar eine Offensive im südlichen Gaza vorbereitet, will Ägypten die Grenze verstärken. Einschätzungen aus Tel Aviv und Kairo.

13.02.2024 | 05:30 min
Darin zeigt ein israelischer Soldat einen Raum, in dem Al-Sinwar gewohnt habe, samt einem Tresor voller Banknoten in israelischer und US-Währung in Millionen-Höhe. Die Angaben zum Video ließen sich ebenfalls nicht unabhängig prüfen.
Zu dem Komplex gehörten auch Toiletten und Duschen, eine Küche, wo sich Vorräte für eine lange Zeit befunden hätten, sowie ein Raum für Leibwächter samt Waffen und Munition. Al-Sinwar und seine Leute seien "weggelaufen", als sie gehört hätten, dass sich Israels Militär näherte.

In Rafah, wo einst 300.000 Palästinenser lebten, leben jetzt über eine Million. Viele mussten mehrfach fliehen - und wissen nun nicht wohin, sollte Israel eine Offensive starten.

13.02.2024 | 02:43 min

Weiter Gespräche über Feuerpause

Israels Generalstabschef Herzi Halevi erklärte, es sei "noch ein langer Weg, bis wir die Kriegsziele erreichen können". Um den diesen näherzukommen, müssten die Hamas-Führung um Al-Sinwar ausgeschaltet und noch mehr Kommandeure und Kämpfer der Miliz getötet werden. Auch müssten die noch mehr als 130 israelischen Geiseln in der Gewalt der Hamas ihre Freiheit wiedergewinnen.
Die Bemühungen um einen Austausch von Geiseln gegen palästinensische Gefangene und eine neue Feuerpause gehen derweil weiter. Spitzenvertreter aus den USA, Israel, Katar und Ägypten konnten bei einem Treffen in Kairo zwar keine Einigung erzielen, hätten sich aber auf eine Verlängerung der Gespräche um drei Tage verständigt, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten ägyptischen Beamten. Auch "Times of Israel" berichtete über eine Verlängerung.
Quelle: dpa, AFP

Thema

Aktuelle Nachrichten zum Nahost-Konflikt