: Bremen: Das sind die Spitzenkandidaten

von Ann-Kathrin Hegger
12.05.2023 | 06:00 Uhr
Am 14. Mai stimmen die Bremer über die neue Bürgerschaft ab. Welche Spitzenkandidaten treten bei den im Landesparlament vertretenen Parteien an? Ein Überblick.
Bei der Bürgerschaftswahl in Bremen am kommenden Sonntag wird es laut ZDF-Politbarometer Extra eng zugehen zwischen SPD und CDU. Bei der vergangenen Wahl 2019 holte die CDU die meisten Stimmen, die SPD stellte im Anschluss aber mit Andreas Bovenschulte den Bürgermeister, der seitdem in einer Koalition mit Grünen und Linken regiert.
Bovenschulte scheint als Regierungschef beliebt zu sein. Bei der Frage, wen man am liebsten als Regierungschef im Land Bremen hätte, liegt er im ZDF-Politbarometer mit 60 Prozent deutlich vor seinem Herausforderer von der CDU, Frank Imhoff, der nur auf 23 Prozent kommt.
Ein Überblick über die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der derzeit in der Bremischen Bürgerschaft vertretenen Parteien:

Frank Imhoff (54), CDU

Frank Imhoff ist Landwirt und seit 1999 Mitglied sowie seit 2019 Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Der 54-Jährige war Mitglied in der staatlichen und der städtischen Deputation für Klima, Umwelt, Landwirtschaft und Tierschutz sowie Sprecher der CDU-Fraktion für Landwirtschaft. Zudem wurde er am 1. Juli 2015 zum Vizepräsidenten der Bremischen Bürgerschaft gewählt und hatte ab dem 12. Februar 2019 kommissarisch das Amt des Bürgerschaftspräsidenten inne. Nachdem die CDU aus der Bürgerschaftswahl 2019 erstmals in der Geschichte des Landes als stärkste Kraft hervorging, wurde Imhoff zum Präsidenten der Bürgerschaft gewählt. Neben seiner politischen Tätigkeit führt er gemeinsam mit seiner Familie in fünfter Generation einen elterlichen Hof mit Milchviehhaltung im Bremer Ortsteil Strom.

Andreas Bovenschulte (57), SPD

Andreas Bovenschulte ist ein promovierter Jurist und Spitzenkandidat der SPD für Bremen. Laut ZDF-Politbarometer wünscht sich die Mehrheit Bovenschulte als Bürgermeister. Der 57-Jährige war vor seinem Jurastudium als Sozialarbeiter tätig. Seit Mai 2019 ist er der Bürgermeister der Stadt Bremen und Präsident des Senats der Freien Hansestadt Bremen. Bovenschulte forderte zuletzt, dass die Bundesländer eine angemessene finanzielle Unterstützung für die Unterbringung von Geflüchteten erhalten sollen. Er betont die Bedeutung einer gemeinsamen Haltung der Bundesländer in dieser Frage.

Maike Schaefer (51), Bündnis 90 / Die Grünen

Maike Schaefer ist die Spitzenkandidatin der Grünen bei der Bürgerschaftswahl in Bremen. Die 51-jährige promovierte Biologin und ehemalige Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft ist seit 2019 Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau. Schaefer setzt sich für eine Verkehrswende mit Schwerpunkt auf den öffentlichen Nahverkehr und Fahrradverkehr ein und wurde mit 81,3 Prozent der Stimmen auf den ersten Platz der Landesliste gewählt.

Kristina Vogt (57), Die Linke

Kristina Vogt ist Spitzenkandidatin der Bremer Linken. Seit 2019 ist Vogt Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa in Bremen. Die 57-Jährige ist gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte und gehört der Bürgerschaft seit 2011 an. Von 2011 bis 2019 war sie Vorsitzende der Linken-Fraktion in der Bürgerschaft und Sprecherin für Bildung und Inneres. Vogt war auch Mitglied im Untersuchungsausschuss "Anti-Terror-Einsatz". Vor ihrer politischen Karriere engagierte sie sich in der Antikriegsbewegung, der antirassistischen Flüchtlingsarbeit und in der Elternvertretung an Schule und Kita.

Thore Schäck (37), FDP

Thore Schäck, geboren 1985 in Delmenhorst, ist Unternehmer und tritt als Spitzenkandidat der Bremer FDP bei der Bürgerschaftswahl an. Der 37-Jährige hat Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie studiert und ist seit 2019 Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Schäck ist seit 2020 Landesvorsitzender der FDP Bremen und ständiger Gast im Bundesvorstand als Vorsitzender des Landesverbandes Bremen.

Piet Leidreiter (58), BIW

Piet Leidreiter kandidiert als Spitzenkandidat für die Bürger in Wut in Bremen. Der 58-Jährige arbeitet in der Steuerberatung als leitender Angestellter und hat Betriebswirtschaftslehre studiert. Leidreiter war Bürgerschaftsabgeordneter für die AfD, bevor er sich später der ALFA und schließlich den Bürgern in Wut anschloss. Seine Partei hat 2019 in Bremerhaven ein starkes Ergebnis erzielt und will nun auch in Bremen mehr Prozente holen - und in Bremen die Fünf-Prozent-Hürde überspringen.

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