Wo ist Corona auf dem Rückzug?

von Robert Meyer
30.11.2020 | 09:57 Uhr
Wo steigt die Corona-Inzidenz in Deutschland, wo sinkt sie? In unserem tagesaktuellen Tracker sehen Sie, wie sich die Inzidenz in Ihrem Landkreis entwickelt.
Der Wert muss unter 50: Anfang November hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Ziel ausgegeben, die Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) unter diese Marke zu drücken. Erst dann seien die Gesundheitsämter wieder in der Lage, Infektionsketten umfassend nachverfolgen und auch durchbrechen zu können.
Auch wenn die Kurve mittlerweile abflacht: Von diesem Ziel ist Deutschland bisher aber noch weit entfernt:

Wie ist die Corona-Lage in den Landkreisen?

Das gilt aber nicht für ganz Deutschland. In einigen Landkreisen fallen die Corona-Neuinfektionen schon wieder. Folgende Tabelle zeigt jene Kreise, in denen die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche sinkt:
Beispiel Berchtesgadener Land: Dort wurde noch vor den bundesweiten Corona-Maßnahmen im November ein Teil-Shutdown verhängt. Und er scheint zumindest aus Zahlensicht gewirkt zu haben: Die Inzidenz ist dort seit Ende Oktober um mehr als die Hälfte gesunken.
In zahlreichen Landkreisen ist die Corona-Pandemie aber weiterhin auf dem Vormarsch. Wo die Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche am stärksten steigt, sehen Sie in folgender Übersicht:

Wirken die strengeren Corona-Maßnahmen?

Wie sich die im November in Kraft getretenen neuen Kontaktbeschränkungen und der Teil-Shutdown auf die Neuinfektionszahlen auswirken, ist schwer zu beurteilen. Fest steht: Das exponentielle Wachstum aus dem Oktober scheint gebremst, die Kurve flacht ab.
Diese Entwicklung kann jedoch viele Gründe haben, erklärt zum Beispiel Christian Drosten, Leiter der Virologie in der Berliner Charité, im Coronavirus-Podcast des NDR. So könnten die schon Mitte Oktober beschlossenen Maßnahmen nun ihre Wirkung entfalten. Genauso wäre es möglich, dass die Fallzahlen aufgrund der Herbstferien im Oktober und der damit geringeren Zahl von Kontakten in Schulen nicht mehr so stark steigen.
Allerdings kommen gerade auch die Gesundheitsämter und Labore an ihre Kapazitätsgrenzen. Heißt: Nicht alle werden noch getestet, weshalb schwächere Corona-Infektionen möglicherweise durchs Raster fallen. Teile des aktuellen Rückgangs könnten auch auf eine insgesamt geringere Testaktivität zurückzuführen sein.
Ob die Maßnahmen reichen werden, um die Inzidenz bis Ende November unter den Wert von 50 zu drücken, ist unklar.
Einen Überblick zu sämtlichen Landkreisen gibt es in der nachfolgenden Tabelle - geordnet nach der aktuellen Inzidenz. Oben links können Sie mithilfe des Suchfelds Ihren Landkreis finden.
Die 7-Tage-Inzidenz ist allerdings nicht der einzig entscheidende Wert, um die Lage der Pandemie einschätzen zu können. Sie zeigt die Entwicklung der Neuinfektionen, berücksichtigt aber nicht Faktoren wie die Zahl der Toten, der durchgeführten Tests oder der belegten Intensivbetten:

Woher stammen die Inzidenz-Zahlen?

Zusammen mit Mitarbeitern des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sammelt Risklayer mehrmals täglich Zahlen direkt aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Städte und Kreise. Um schnell auf einen regionalen Corona-Ausbruch reagieren zu können, sind diese Daten besser geeignet als jene der Landesgesundheitsämter und des Robert-Koch-Instituts (RKI). Wegen einer langen Meldekette hinken Landes- und Bundesbehörden dem Infektionsgeschehen in der Regel um mehrere Tage hinterher. Welche Daten für regionale Corona-Maßnahmen ausschlaggebend sind, ist von Land zu Land verschieden.

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