: Backpapier und seine Alternativen

von Jelena Altenberg
29.11.2023 | 06:49 Uhr
Plätzchen und Lebkuchen gehören zur Adventszeit wie Backpapier aufs Blech - oder? Backpapier ist zwar praktisch, belastet aber die Umwelt. Was man alternativ nutzen kann.

Blick auf Backpapier und nachhaltige Alternativen: Dauerbackfolie, Backmatte aus Silikon, Backblech mit Öl

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Backpapiere werden mit der praktischen Antihaft-Beschichtung beworben. Doch aus was besteht diese? Auf vielen Verpackungen fehlt die Information. Meist handelt es sich um eine dünne Silikonschicht. Sie führt dazu, dass Backpapier nicht recycelt werden kann und im Restmüll entsorgt werden muss. Auf keinen Fall gehört Backpapier in den Papiermüll.
Zusätzlich zu den schwer abbaubaren Silikonen können laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) weitere Stoffe wie beispielsweise Formaldehyd in Backpapier enthalten sein. Die Dämpfe gelten als krebserregend. Der Einsatz dieser gegebenenfalls bedenklichen Stoffe ist über Grenzwerte geregelt.

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Auswirkungen auf die Gesundheit

Klingt also nicht gerade appetitlich. Ist Backpapier nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch gesundheitsschädlich? Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat 2022 15 Backpapiere im Labor unter die Lupe genommen. Wie bereits in den Jahren zuvor, hielten alle Backpapiere die Grenzwerte der Zusatzstoffe ein.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch Öko-Test. Die Hälfte der untersuchten Backpapiere erhielt sogar das Siegel "sehr gut". Für Menschen gefährliche Stoffe über den Grenzwerten wurden auch hier nicht gefunden. Die Experten stufen Backpapier daher, bei richtiger Verwendung, als gesundheitlich unbedenklich ein.

Bis zu welcher Temperatur kann man Backpapier erhitzen?

Doch beim Backpapier ist auch wichtig, bei welcher Temperatur man es verwendet. In der Untersuchung des LAVES fehlte 2022 auf einigen Verpackungen der Hinweis zur Höchsttemperatur. Die meisten Backpapiere halten einer Temperatur von 220 Grad Celsius stand. Bei höheren Temperaturen hingegen könnten giftige Gase freigesetzt werden.

Ist Backpapier wiederverwendbar?

Je länger und heißer gebacken wird, desto schneller muss das beschichtete Papier in den Müll. Tatsächlich empfehlen viele Hersteller auf ihren Verpackungen das Backpapier mehrfach zu verwenden. Wie oft genau, wird nicht gesagt.
Als Faustregel gilt: Solange das Backpapier nicht durchgefettet oder verklebt ist, kann man es erneut verwenden. Sobald es aber braun oder brüchig wird, sollte es unbedingt ausgewechselt werden. Wer es zum Beispiel erst nach der Vorheizphase in den Ofen legt, kann es meist häufiger verwenden.

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Backpapier-Alternativen

Auch wer auf nachhaltige Backunterlagen setzen möchte, Silikonmatten oder mit PTFE, also Teflon, beschichtete Dauerbackfolien, sollte auf die Höchsttemperatur achten. Teflon-Dauerbackfolien können oft bis 260 Grad Celsius erhitzt werden, was praktisch für zum Beispiel selbstgemachte Pizza im heimischen Ofen ist. Doch Teflon steht in der Kritik, umwelt- und gesundheitsschädliche PFAS zu enthalten.

Was sind PFAS?

PFAS

PFAS ist eine Abkürzung für per- und polyfluorierte Chemikalien. Sie kommen nicht natürlich vor, sondern werden erst seit den 1940er Jahren hergestellt. PFAS sind wasser-, fett- und schmutzabweisend und haben eine hohe Hitzebeständigkeit. Deshalb werden sie in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs, wie Kosmetik, Textilien oder Papierbeschichtungen, verwendet.

Menschen nehmen PFAS vor allem über Lebensmittel auf. Sie sind u.a. in Böden, Trinkwasser und Futtermitteln nachweisbar und landen über die Umwelt in unserer Nahrung. Insgesamt umfassen PFAS eine Stoffgruppe von ca. 10.000 Stoffen. Einige wurden bereits verboten. Weitere Verbote werden diskutiert.

Im Test von Öko-Test wurden bei einer Folie deutlich erhöhte Werte festgestellt: "Unser Test zeigt, dass sich diese Perfluoctansäure, die wiederum als lebertoxisch und reproduktionstoxisch gilt, löst", erklärt Kerstin Scheidecker, Geschäftsführerin von Öko-Test.
Und deshalb würden wir von Teflonmatten (…) grundsätzlich abraten.
Kerstin Scheidecker, Geschäftsführerin von Öko-Test
Laut BfR geschieht dies aber erst bei Temperaturen ab 360 Grad Celsius.

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Sind Silikonmatten hitzebeständig?

Silikonmatten gelten als sehr langlebig und können laut Herstellerempfehlung meist bis 230 Grad Celsius erhitzt werden. Macht sich beim Auspacken der Matte ein chemischer Geruch breit, hat Kerstin Scheidecker einen Tipp: "Bei den Silikonmatten kann man vorsichtshalber vor dem ersten Benutzen mit Lebensmitteln die Matte selber einmal ordentlich hoch erhitzen. Nicht höher als der Hersteller empfiehlt, aber mal eine halbe Stunde 'leer backen', um ganz sicher zu sein, dass flüchtige Substanzen ausgebrannt sind."

Verwendungstipps für Backpapier und Co.

  • Backunterlagen nie zu heiß verwenden und die Herstellerempfehlungen einhalten.
  • Wird das Material spröde, brüchig, verfärbt sich oder ist beschädigt, dann in jedem Fall entsorgen. Das gilt für Backpapier genauso wie für die Alternativen.
  • Backpapier-Alternativen haben eine längere Lebensdauer und schonen damit Ressourcen und vermeiden Müll. Silikonmatten sind gesundheitlich unbedenklich, wenn man sie vor der ersten Benutzung einmal ausbackt.
Eine weitere und oft unterschätzte Alternative: einfach mal ohne Backunterlage backen. Ist das Blech gut eingefettet oder gemehlt kann es durchaus mit den anderen Anwendungen mithalten. Einziger Nachteil: Im Gegensatz zu Silkon- oder Teflonmatte passt es meist nicht in die Spülmaschine und es muss geschrubbt werden.

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