: Agil und neu: Wandel der Arbeitswelt

12.02.2024 | 05:48 Uhr
Die Arbeitswelt verändert sich. Damit unterliegen auch die Arbeitsformen einem Wandel. Das kann Angst machen - und auch Fragen aufwerfen. Was hinter den Methoden steckt.
Ein flexibleres und freies Arbeitsfeld - darauf legen Arbeitnehmende vermehrt Wert.Quelle: obs
Agiles Arbeiten, Hotdesking - um diese und weitere Begriffe beziehungsweise Konzepte kommen Angestellte heute fast nicht herum. Einzuordnen sind sie unter dem Oberbegriff "New Work".
Thomas Resch leitet die Fachgruppe New Work im Bundesverband der Personalmanager*innen. "Ich sage gern: New Work ist ein Containerbegriff. Dort wird all das, was es an neuen Entwicklungen in der Arbeitswelt gibt, erstmal hineingeworfen."
Ziel sei, ein flexibleres und freies Arbeitsfeld zu kreieren. In Zeiten von Disruption und stetig aufkommenden Krisen brauche es schnelle und anpassungsfähige Konzepte. Im Kern gehe es also gar nicht darum, dass viele Arbeitnehmende zu Hause arbeiten wollen oder der Job mit der Kita vereinbar sein muss, sondern vielmehr darum, dass man schauen müsse, wie man als Unternehmen zukunftsfähig werde, sich etwa an Produktionszeiten im Ausland anpasse.

Selbstbestimmung und Zufriedenheit in Werkstätten und Büros. New Work ist mehr als Homeoffice, flexibles oder mobiles Arbeiten. Wer profitiert – und wo sind die Grenzen der neuen Arbeitswelt?

08.08.2022 | 43:09 min

Schlagworte aus der neuen Arbeitswelt

Einige Begrifflichkeiten rund um Arbeitsbedingungen und -methoden sind heute nicht mehr aus den Köpfen der Menschen wegzudenken. Andere hat man vielleicht noch nicht gehört:
  • Homeoffice meint mobiles Arbeiten. Mitarbeitenden ist sowohl die Arbeit im Büro als auch von anderswo gestattet. Viele Angestellte fordern ein Hybrid-Konzept heute ein.
  • 4-Tage-Woche: Statt regulär fünf Tage die Woche wird nur vier Tage gearbeitet. Dabei gibt es unterschiedliche Lohn- und Arbeitszeitmodelle. Viele Arbeitgeber lehnen das Konzept bisher ab.
  • Hotdesking/Desk Sharing ist das Ende des fixen Arbeitsplatzes. Statt eines fest zugeordneten Platzes bucht man sich täglich einen neuen Schreibtisch, der am Tagesende leer hinterlassen wird.
  • Quiet Quitting: Unbezahlte Überstunden, wenig Wertschätzung, kaum Flexibilität - bei jüngeren Generationen regt sich Widerstand gegen solche Arbeitsbedingungen. Quiet Quitting bedeutet, dass Angestellte nicht mehr machen, als in ihrem Arbeitsvertrag vereinbart ist. Im Deutschen wird der Begriff häufig mit "innere Kündigung" oder "Dienst nach Vorschrift" übersetzt.
  • Workation sagt man, wenn Arbeit (Work) und Urlaub (Vacation) an einem Ort vereint werden. Man befindet sich etwa auf Mallorca, arbeitet aber von 9 Uhr bis 17 Uhr ganz regulär.

Für welche Branchen das Arbeitszeitmodell geeignet ist

15.05.2023 | 04:33 min

Wandel der Arbeitswelt

"Vor ein paar Jahren war das vielleicht noch ein Nischenthema für in dem Bereich besonders innovativ aufgestellte Unternehmen. Mittlerweile hat sich etwa durch demografischen Wandel und Generationenwechsel einiges verändert", sagt eine Sprecherin der Industrie- und Handelskammer zu Berlin.
Auch die voranschreitende Digitalisierung mache eine Veränderung der Arbeitswelt unumgänglich, sagt Resch. Statt von New Work spricht er lieber von "Anpassungsfähigkeit".
Im Kern geht es darum, Zukunftsfähigkeit herzustellen für Wirtschaft und Arbeit.
Thomas Resch, leitet die Fachgruppe New Work im Bundesverband der Personalmanager*innen
New Work schaffe Rahmenbedingungen, die freie und kreative Arbeit mit weniger Hierarchien und neuen Strukturen unterstützten, sagt Resch.

Welche Vorteile hat New Work?

Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Kundenorientierung sind auch aus Sicht der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände entscheidende Erfolgsfaktoren in einer disruptiven Wirtschaftswelt. "Das agile Unternehmen verkörpert dabei eine Organisationsform, die sich wandelnden Umständen schnell und wendig anpassen kann."

Was ist agiles Arbeiten?

  • schnelle Reaktion auf sich verändernde Rahmenbedingungen
  • stark ausgeprägte Markt- und Kundenorientierung
  • innovationsgetriebene Prozesse
  • flexible Anpassung an Veränderungen
  • vernetzte Arbeitsformen statt klassischer Hierarchien
  • weitgehend selbst organisierte, eigenverantwortliche und projektbezogene Teams
  • Führungskraft als Coach
  • Kommunikation im Fokus
  • ein hohes Maß an Transparenz sowie eine Fehler- und Vertrauenskultur
  • Förderungen auf allen Ebenen
Viele Unternehmen scheitern, weil sie dann nicht in die Veränderung gehen.
Thomas Resch, Leiter der Fachgruppe New Work im Bundesverband der Personalmanager*innen
Wenn sich Mitarbeitende Verantwortung nehmen sollten, dann müsse diese zunächst anderswo abgegeben werden. Nur sehr selten würden "wirklich mutige Eingriffe" gewagt. "Ich glaube, es werden eher Pflaster auf Wunden geklebt, als dass man sich wirklich anschaut, was dem Patienten fehlt", moniert Verbandsmann Resch.
New Work sei aber "nicht immer der rosarote Sonnenaufgang", sagt Resch. Es gebe durchaus Konflikte. All jene, die sicherheitsliebend sind, stelle die neue, agile Arbeitswelt mit dem Fokus auf Flexibilität vor Herausforderungen.

Noch nie waren so viele Menschen in Deutschland in Arbeit wie derzeit. Dennoch suchen viele Branchen neue Mitarbeiter. Gefragt sind neue Ideen zur schnelleren Qualifizierung, wie am Frankfurter Flughafen.

31.01.2024 | 01:38 min
Quelle: dpa-Custom Content

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