Update

: Die Frage, die über Leben und Tod entscheidet

von Christiane Hübscher
24.06.2024 | 06:00 Uhr
Eine bunte Mischung aus Parlamentariern von CSU bis Linke will Organspenden zur Regel machen, gegen die man aktiv widersprechen muss.

Guten Morgen,

heute kommt sie mal wieder auf den Tisch: Die unbequeme Frage, die für manche tatsächlich über Leben und Tod entscheidet. Nämlich die Frage: Wie halten wir es mit der Organspende? Vielleicht erinnern Sie sich: der letzte Anlauf, das neu zu regeln, ist 2020 im Bundestag grandios gescheitert. Bis heute ist es so, dass eine Organentnahme nur mit ausdrücklicher vorheriger Zustimmung erlaubt ist.
Das Online-Spenderregister, das das Parlament damals als kleinsten gemeinsamen Nenner beschloss und in das man sich freiwillig eintragen kann, befindet sich vier Jahre später immer noch im Aufbau. Die dafür notwendige sichere Identifizierung ist auch nicht ganz einfach, Sie brauchen dafür den elektronischen Personalausweis und die installierte AusweisApp auf dem Smartphone.

19.04.2024 | 00:21 min
Doch das Problem ging nicht weg, nur weil der Bundestag sich nicht einigen konnte. Es gibt weiterhin viel zu wenig Spender. Rund 8.400 Menschen warten aktuell auf ein lebenswichtiges Organ.
Und so startet heute um 10 Uhr in Berlin ein neuer Anlauf. Eine bunte Mischung aus Parlamentariern von SPD, CDU, Grünen, FDP, CSU und Linke will ihren gemeinsamen Antrag für die "Einführung einer Widerspruchslösung" vorstellen. Der Vorschlag sagt im Kern: Praktisch jede und jeder wird nach seinem Tod zum potentiellen Organspender oder zur Organspenderin, es sei denn, man widerspricht aktiv zu Lebzeiten.
Der Bundesgesundheitsminister wäre für eine solche Widerspruchslösung, anders seien die Spenderzahlen nicht zu steigern, so Lauterbach. Außenministerin Annalena Baerbock ist strikt dagegen: Stillschweigen dürfe nicht zur automatischen Freigabe von Organen führen, sagt sie. Die katholische Kirche fordert, dass die Organspende ein freiwilliges Geschenk bleibt.
Moraltheologen sehen die Widerspruchslösung ebenfalls kritisch, sie könne das Misstrauen gegen einen scheinbar übergriffigen Staat befeuern.
Nur, damit Sie darauf vorbereitet sind, wie umstritten auch der heutige Vorstoß wieder werden dürfte.
Einen schönen Montag - mit möglichst einfachen Entscheidungen - wünscht Ihnen
Christiane Hübscher, ZDF-Hauptstadtkorrespondentin

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Zahl des Tages

44.588. So viele Liter Bier hat die Deutsche Bahn in der ersten Woche der EM in ihren Bordbistros verkauft - doppelt so viel wie normal. Besonders beliebt war demnach außerdem das Bratwurstbrötchen, das 7105 Mal bestellt wurde und damit ein Umsatzplus von 63 Prozent verzeichnete. Auch Buttercroissants, das Chili con/sin Carne und die Focaccia verkauften sich während des Turniers deutlich häufiger als sonst.

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So wird das Wetter heute

Am Montag scheint häufig die Sonne. Im Osten und Südosten kann es auch mal mehr Wolken geben. Es bleibt aber überall trocken. Die Temperatur steigt auf Werte von 20 bis 27 Grad.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von Ulrike Hauswald und Jan Schneider
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