Alle Zahlen und Grafiken zum Coronavirus

von Simon Haas, Robert Meyer
30.11.2020 | 09:55 Uhr
Wie breitet sich das Coronavirus in Deutschland aus? Wie weltweit? Alle Zahlen zur Pandemie in interaktiven Karten und Grafiken.
Die folgende Übersicht zeigt die neun Länder mit den insgesamt meisten bekannten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sowie die aktuellen Zahlen aus Deutschland. Die Daten werden laufend automatisch aktualisiert.

Corona in Deutschland

Wie sich die Zahl der Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland entwickelt hat, zeigt diese Grafik. Sie beruht auf Durchschnittswerten aus den jeweils vergangenen sieben Tagen:

Warum hat sich der Verlauf der Kurve geringfügig geändert?

Wegen Unregelmäßigkeiten in den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hat sich ZDFheute entschieden, auch bei der Gesamtzahl der Neuinfektionen auf Daten von Risklayer zurückzugreifen. Diese bilden das Infektionsgeschehen in Deutschland besser ab. Mehr Informationen zu unseren Quellen finden Sie am Ende des Artikels.
Folgende Grafik zeigt parallel dazu, wie viel Prozent der Corona-Tests seit Mitte März (KW 12) in Deutschland positiv ausgefallen sind. Die aktuellsten Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) bilden jeweils das Infektionsgeschehen der Vorwoche ab:
Einen ebenso wichtigen Hinweis auf den Stand der Pandemie geben die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19. Folgende Grafik zeigt die durchschnittliche Zahl der Todesfälle der jeweils vergangenen sieben Tage:
Wie viele Menschen sterben, hängt auch maßgeblich davon ab, wie sich das Virus in Risikogruppen, etwa ältere Menschen, verbreitet. Die nachfolgende Grafik zeigt, wie viele bestätigte Corona-Fälle es pro 100.000 Einwohner in den verschiedenen Altersgruppen gegeben hat:
Maßgeblich für neue Corona-Maßnahmen ist in Deutschland die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz. Sie zeigt, wie viele Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in den deutschen Städten und Kreisen dazugekommen sind.
Bundesweit gilt eine generelle Obergrenze von 35 beziehungsweise 50 aktuellen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Wird diese überschritten, drohen neue Corona-Verschärfungen. Wie hoch die Inzidenz in Ihrem Kreis ist, erfahren Sie in folgender Karte:
Die Deutschlandkarte beruht auf Daten der Gesundheitsämter der Landkreise und Städte. Wegen Verzögerungen in der Meldekette sind diese Zahlen aktueller als jene des RKI.

Die Lage in den Kliniken

Ein weiterer Indikator für die Entwicklung des Infektionsgeschehens ist die Zahl der Covid-19-Patienten in Intensivbehandlung:
Die Zahl der Intensivbetten ist begrenzt. Bei vielen neuen schweren Covid-19-Fällen kann das Gesundheitssystem deshalb an seine Grenzen kommen. Folgende Karte zeigt, wie viele Intensivplätze insgesamt belegt sind - mit Covid-19-Patienten und anderen Intensivpatienten:
Eine hundertprozentige Auslastung in einer Region bedeutet nicht zwangsläufig, dass dort schwere Covid-19-Fälle nicht mehr beatmet werden können und Patienten weite Wege in Kauf nehmen müssen.
Einige Kliniken können kurzfristig neue Intensivbetten zur Verfügung stellen und so ihre Kapazitäten notfalls ausbauen. Gleichzeitig ist nicht jedes als verfügbar gemeldete Intensivbett auch tatsächlich einsatzbereit. Denn es fehlt an Personal. Wie die Krankenhäuser die Situation in ihrem Haus einschätzen, melden sie täglich mit einem Ampelsystem:

Corona-Fälle weltweit

Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da? Die folgende Grafik zeigt, wie viele Neuinfektionen ausgewählte Länder im Schnitt täglich bestätigt haben. Die Daten wurden ins Verhältnis zur Einwohnerzahl der Länder gesetzt, um sie vergleichbar zu machen.
Wie sich die bestätigten Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage auf die Kontinente verteilen, ist in folgender Grafik zu sehen:
Wie viele Todesfälle es pro 100.000 Einwohner weltweit in den verschiedenen Ländern gegeben hat, zeigt folgende Tabelle:

Warum berechnet ZDFheute einen Sieben-Tage-Schnitt?

Der Tag, an dem die Neuinfektionen bekannt werden, ist nicht der Tag, an dem sich Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Meldungen erfolgen in der Regel verzögert: Am Wochenende werden weniger, während der Woche mehr Fälle bekannt. Wegen dieser Unschärfe berichten wir in unseren Grafiken in der Regel über die durchschnittliche Anzahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage - und nicht über Neuinfektionen an einem einzelnen Tag.

Was bedeutet die Reproduktionsrate (R)?

Der Reproduktionswert R gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Das RKI schätzt diesen Wert - die tatsächliche Höhe kann deshalb aufgrund statistischer Unsicherheiten leicht abweichen.
Liegt der Wert über 1, ist die Pandemie auf dem Vormarsch. Beim Coronavirus "ist das Ziel, die Reproduktionszahl stabil bei unter 1 zu halten", so das RKI. Der im Artikel dargestellte 4-Tage-Wert bildet den Stand des Infektionsgeschehens von vor vier Tagen ab. Für die Tage danach kann laut RKI noch keine zuverlässige Aussage gemacht werden.
Der R-Wert kann alleine nicht herangezogen werden, um über neue Corona-Maßnahmen entscheiden zu können. Dazu müssen auch andere Werte wie die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle oder belegten Intensivbetten betrachtet werden.

Was bedeuten die verschiedenen Zahlen Corona-Zahlen?

Eine Zahl alleine reicht nicht, um die Lage der Pandemie abschätzen zu können. Dazu müssen alle in diesem Artikel dargestellten Zahlen miteinbezogen werden.
Einen Überblick über die wichtigsten Corona-Zahlen in einfacher Sprache und animierten Grafiken finden Sie in diesem Überblick.

Steigen die Zahlen nur, weil wir mehr testen?

Wer mehr testet, findet auch mehr Corona-Infektionen. Deshalb müsse man sich keine Sorgen wegen steigender Fallzahlen machen. Ob das stimmt, wird in diesem Artikel erklärt.

In welches Land kann ich noch reisen?

Die Liste aller Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts können Sie in diesem aktuellen Artikel einsehen.

Wann ist unser Gesundheitssystem überlastet?

Inwiefern sich die Corona-Pandemie auf die Auslastung der Krankenhäuser auswirkt, und welche Rolle die Intensivbetten dabei spielen, erklären Experten in diesem Artikel.

Warum gibt es unterschiedliche Fallzahlen zum Coronavirus?

Das ZDF greift bei den Fallzahlen zum Coronavirus auf unterschiedliche Datenquellen zurück. Für Deutschland liefert Risklayer die aktuellsten Zahlen. Zusammen mit Mitarbeitern des Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sammelt die Firma mehrmals täglich Daten aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Kreise und Städte.

Diese erhalten Meldungen über neue Corona-Infektionen direkt von den Ärzten und Laboren. Anschließend verschicken die Ämter die Daten an die Gesundheitsbehörden der Bundesländer. Erst dann landen sie beim RKI, das sie wiederum an die Weltgesundheitsorganisation WHO übermittelt. Deshalb können die Zahlen in den verschiedenen Quellen variieren.

Die Zahlen zu bekannten Corona-Infektionen in anderen Ländern stammen von der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität (JHU). Die Universität greift Zahlen aus vielen unterschiedlichen Quellen ab, darunter die Landesgesundheitsämter sowie Risklayer. Oft ist aber nicht bekannt, aus welchen Quellen sich die JHU aktuell bedient. Auch methodisch ist nicht bei allen Ländern klar, wie die JHU vorgeht.

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