: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 553,2

18.01.2022 | 06:01 Uhr
Das Robert-Koch-Institut meldet 74.405 Corona-Neuinfektionen. Die Inzidenz ist weiter gestiegen - auf 553,2. Alle Zahlen und Daten im Überblick.
Corona-Testcenter in SachsenQuelle: dpa
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 74.405 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor genau einer Woche hatte der Wert bei 45.690 Ansteckungen gelegen.
Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI bundesweit bei 553,2. Am Vortag hatte der Wert bei 528,2 gelegen. Die Neuinfektionszahlen bilden nur das Infektionsgeschehen eines einzelnen Tages ab. Durch Nachmeldungen und Verzögerungen in der Meldekette bis zum RKI - zum Beispiel wird am Wochenende weniger getestet - unterliegt die Zahl der neu dazugekommenen Corona-Infektionen großen Schwankungen. 
Aussagekräftiger ist deshalb der Sieben-Tage-Schnitt mit Daten von Risklayer und Mitarbeitern des Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die mehrmals täglich Zahlen direkt aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Städte und Kreise beziehen:
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Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie  8.074.527 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 18.01., 5.06 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115.842. Innerhalb von 24 Stunden starben 193 Menschen an oder mit Corona. Vor einer Woche waren es 322 Todesfälle.

Hospitalisierungsinzidenz bei 3,23

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen lag am Montag bei 3,23. Die Zahl gibt an, wie viele Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in stationäre Behandlung gekommen sind.
Allerdings wird dieser Wert in den kommenden Tagen nachträglich noch deutlich steigen: Zwischen der Meldung einer Infektion und der Hospitalisierung vergehen im Schnitt etwa zehn Tage. Die aktuell gemeldete Hospitalisierungsinzidenz spiegelt die aktuelle Situation in den Krankenhäusern aufgrund des Meldeverzugs und ihrer Berechnungsweise erst deutlich verzögert wider.
Der bisherige Höchstwert lag inklusive Nachmeldungen um die Weihnachtszeit 2020 bei mehr als 15.
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R-Wert bei 1,08

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert liegt bei 1,08. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken.

Was bedeutet die Reproduktionsrate (R)?

Der Reproduktionswert R gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Das RKI schätzt diesen Wert - die tatsächliche Höhe kann deshalb aufgrund statistischer Unsicherheiten leicht abweichen. Liegt der Wert über 1, ist die Pandemie auf dem Vormarsch. Der im Artikel dargestellte Wert bildet den Stand des Infektionsgeschehens von vor ein paar Tagen ab. Für die Tage danach kann laut RKI noch keine zuverlässige Aussage gemacht werden. Die Zahl wird aufgrund von Nachmeldungen später oft noch nach oben korrigiert.

Der R-Wert kann alleine nicht herangezogen werden, um über neue Corona-Maßnahmen entscheiden zu können. Dazu müssen auch andere Werte wie die Zahl der Neuinfektionen, Todesfälle oder belegten Intensivbetten betrachtet werden.

Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Warum sich Corona-Zahlen unterscheiden können

Das ZDF greift bei den Fallzahlen zum Coronavirus auf unterschiedliche Datenquellen zurück. Für Deutschland liefert Risklayer die aktuellsten Zahlen. Zusammen mit Mitarbeitern des Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sammelt die Firma mehrmals täglich Daten aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Kreise und Städte. Diese erhalten Meldungen über neue Corona-Infektionen direkt von den Ärzten und Laboren.
Anschließend verschicken die Ämter die Daten an die Gesundheitsbehörden der Bundesländer. Erst dann landen sie beim RKI, das sie wiederum an die Weltgesundheitsorganisation WHO übermittelt. Deshalb können die Zahlen in den verschiedenen Quellen variieren.
Quelle: ZDF, AFP, dpa, Reuters

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