: Warnung vor "Gemetzel" in Rafah

15.02.2024 | 05:20 Uhr
Vor Israels drohender Bodenoffensive in Rafah kommen die Verhandlungen um eine Feuerpause ins Stocken. Ein UN-Vertreter wählt ungewöhnlich scharfe Worte.
Menschen verlassen ihr Haus nach israelischen Bombardierungen in der Stadt Rafah.Quelle: dpa
Israels geplante Militäroffensive auf Rafah im Süden des Gazastreifens könnte nach Ansicht von UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths verheerende Folgen nach sich ziehen.
Ich befürchte ein Gemetzel von Menschen in Gaza.
Martin Griffiths, Nothilfekoordinator

Nothilfekoordinator: Menschen haben zu wenig zu essen

In einer ungewöhnlich scharf formulierten Erklärung hatte er zuvor deutlich gemacht, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Gazasstreifens in Rafah "zusammengepfercht" sei und "dem Tod ins Auge" blicke.

Die Hisbollah-Miliz und Israel liefern sich verstärkt Gefechte an der Grenze. Auch die Kämpfe in Gaza halten an. Derweil besucht Außenministerin Baerbock zum fünften Mal Israel.

14.02.2024 | 02:04 min
Die weit mehr als eine Million Menschen dort hätten "wenig zu essen, kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, können nirgendwo schlafen und nirgendwo sicher hingehen", sagte Griffiths. "Sie sind, wie die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens, Opfer eines Angriffs, der in seiner Intensität, Brutalität und Tragweite beispiellos ist", sagte er.
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Die internationale Gemeinschaft habe vor den gefährlichen Folgen einer Bodeninvasion in Rafah gewarnt, sagte Griffith und fügte hinzu: "Die israelische Regierung kann diese Aufrufe nicht länger ignorieren".

Netanjahu: Pläne für Offensive auf Rafah

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte dem Militär vergangene Woche den Befehl erteilt, seiner Regierung Pläne für eine Offensive auf Rafah sowie für die Evakuierung der dortigen Bevölkerung vorzulegen. Es gehe darum, dort die letzten Kampfeinheiten der islamistischen Hamas zu zerschlagen, sagte Netanjahu.

Aufgrund der geplanten Offensive Israels in Rafah, spricht sich Außenministerin Baerbock für den Schutz von Zivilisten aus. Der einfachste Schutz sei eine "humanitäre Feuerpause".

14.02.2024 | 06:12 min
Die Ankündigung sorgte international für heftige Kritik. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sagte am Mittwoch bei einem erneuten Besuch in Israel, eine Offensive in Rafah wäre "eine humanitäre Katastrophe mit Ansage". Die Menschen benötigten "sichere Orte und sichere Korridore, um nicht noch weiter ins Kreuzfeuer zu geraten", so Baerbock.  
Quelle: dpa

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