: Trump will seine Mission "vollenden"

05.03.2023 | 11:42 Uhr
Donald Trump ist der Stargast auf der rechten CPAC-Konferenz. Sein Motto: Die Mission in einer zweiten Amtszeit vollenden. Aber welche Konkurrenten hat er bei den Republikanern?
Donald Trump ist der Stargast auf der rechten CPAC-Konferenz.Quelle: AP
Die größte Überraschung an Donald Trumps Auftritt ist, dass der frühere US-Präsident pünktlich auf der Bühne erscheint. Wie immer redet er lang, eine Stunde und 45 Minuten sind es am Wochenende bei einer Konferenz des rechten Lagers in der Nähe von Washington. Und wie bei jeder Rede spult er dieselben Heldengeschichten über sich aus seiner Zeit im Weißen Haus ab.

Trump will mit zweiter Präsidentschaft "die Mission vollenden"

Trump will mit einer zweiten Amtszeit "die Mission vollenden", die er in der ersten bis 2021 begonnen habe. "Wir werden abschließen, was wir angefangen haben", sagte er am Samstag auf der jährlichen konservativen Konferenz CPAC.
Wir werden die Mission vollenden. Wir werden diese Schlacht bis zum endgültigen Sieg zu Ende bringen.
Donald Trump, ehemaliger US-Präsident
Während Trump sich auf der Conservative Political Action Conference als der einzige republikanische Präsidentschaftsbewerber darstellte, der dies bewirken könne, vermied er direkte Angriffe auf seine potenziellen Herausforderinnen und Herausforderer.

62 Prozent der CPAC-Teilnehmer sehen Trump als Kandidat der Republikaner

Tradition ist eine Online-Umfrage unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern - und die spannendste Frage ist, wen sie am liebsten als Kandidat der Republikaner für die Präsidentschaftswahl 2024 sähen. Es ist nicht überraschend, dass Trump hier gewinnt - er hat seine Bewerbung für die Kandidatur bereits im November öffentlich gemacht.
Für ihn votieren 62 Prozent - etwas weniger als bei der CPAC im vergangenen Sommer in der Metropole Dallas. Sein potenzieller Rivale Ron DeSantis, Gouverneur des Bundesstaats Florida, landet mit 20 Prozent abgeschlagen auf Platz zwei und fünf Prozent stimmten für den Geschäftsmann Perry Johnson.
Noch schmalere drei Prozent der Stimmen entfallen auf die deutlich bekanntere ehemalige UN-Botschafterin Nikki Haley, die damals von Trump auf ihren prestigeträchtigen Posten befördert wurde und ihren Wahlkampf im Februar begonnen hat.

CPAC-Konferenz mutiert zu Trump-Fanclub

Die CPAC war einst eine wichtige Station potenzieller republikanischer Präsidentschaftsbewerber. Mittlerweile ist die Konferenz zu einer Art offiziellem Treffen des Trump-Fanclubs geworden. Potenzielle Bewerber wie Ron DeSantis und Trumps einstiger Vizepräsident Mike Pence verzichteten dieses Jahr auf eine Teilnahme.
Wie repräsentativ die CPAC für die gesamte Partei ist, lässt sich schwer sagen. Fakt ist, dass Trump auch in anderen Umfragen unter Republikanern vorn liegt. Doch auf der CPAC sind nicht alle ganz sicher, was eine zweite Amtszeit Trumps angeht. "Ich meine, er ist mutig", sagt eine Besucherin namens Joyce aus dem Bundesstaat Pennsylvania. Mit Blick auf die Wahl 2024 sagt sie:
Ich denke einfach, dass wir den besten Kandidaten finden müssen, der eine Chance auf den Sieg hat.
Joyce, Besucherin der CPAC
Und das müsse nicht Trump sein. Danach bedient sie die üblichen Klischees - die gewaltsame Erstürmung des Kapitols sei falsch dargestellt worden, neben Mann und Frau gebe es nun ungefähr "57 Geschlechter" und an den Schulen würden Kinder gefährlich indoktriniert.

Verschwörungstheorien bei CPAC

Es ist der Sound der CPAC. Hier treten die Ultrarechten auf - mit ihren im Repräsentantenhaus sitzenden Wortführerinnen Marjorie Taylor Greene und Lauren Boebert. Auch Brasiliens rechter Ex-Präsident Jair Bolsonaro spricht, wettert gegen sogenannte Genderideologie und Corona-Impfpflicht. Es scheint keine Verschwörungstheorie zu wild, keine Beleidigung zu derbe.
Hier wird gehetzt gegen Minderheiten und Andersdenkende, ein christlicher Gottesstaat gefordert, auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geschimpft. Es ist eine Parallelwelt, in der es keine Grenzen zu geben scheint. Aber all das ist kein neuer Ton, es ist die Sprache, die weite Teile der Republikaner seit Jahren sprechen. Und Trump ist ein fester Bestandteil.
Quelle: AP, dpa

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