: Trump wirft Biden Führungsschwäche vor

08.02.2023 | 08:50 Uhr
Die Reaktionen der Republikaner auf Bidens Rede zur Lage der Nation folgten promt: Donald Trump und die Gouverneurin Sanders warfen dem US-Präsidenten mangelnde Führung vor.
Donald Trump kritisiert seinen Konkurrenten Joe Biden scharf (Archivbild).Quelle: AP
Der frühere US-Präsident Donald Trump hat die Rede des amtierenden Präsidenten Joe Biden zur Lage der Nation auf seiner Online-Plattform Truth Social live kommentiert und dabei nicht an Kritik gespart. 
Während der Ansprache am Dienstagabend (Ortszeit) warf er Biden etwa Führungsschwäche vor. Der chinesische Präsident Xi Jinping "lacht über unsere aktuelle Führung, vorher hat er nicht gelacht", schrieb Trump etwa. Er lobte seine eigene Politik als Präsident in den Jahren 2017 bis 2021 und warf Biden vor, politische Erfolge zu verbuchen, die Trump errungen habe.

In seiner Rede zur Lage der Nation vor dem US-Kongress blickt US-Präsident Biden zurück auf die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 50 Jahren. Gleichzeitig sagt er der ukrainischen Botschafterin Unterstützung zu - "solange es eben dauert".

08.02.2023 | 02:16 min

Trump wirft Biden "Zerstörung" der USA vor

Schon vor der Rede hatte Trump ein Video veröffentlicht, in dem er der Biden-Regierung die "Zerstörung des Landes" vorwarf. Der US-Präsident habe Amerika "an den Rand des Dritten Weltkriegs" geführt, sagte Trump darin. Biden und die "radikalen Demokraten" hätten Billionen von Dollar verschwendet und "die schlimmste Inflation" verursacht.  Biden instrumentalisiere das Justizministerium, um gegen politische Gegner vorzugehen. Seine Regierung führe einen "Krieg gegen die Meinungsfreiheit" und versuche, Kinder zu indoktrinieren.
Die gute Nachricht aber sei, "dass wir jede einzelne Krise, jedes Unglück und jede Katastrophe, die Joe Biden verursacht hat, rückgängig machen werden", sagte Trump, der bei den Präsidentenwahlen 2024 als Kandidat für die Republikaner antritt. "Ich kandidiere für das Amt des Präsidenten, um die Zerstörung unseres Landes zu beenden und das unvollendete Werk zu vollenden, Amerika wieder groß zu machen."

Biden wolle den kleinen Leuten helfen, "zu Lasten der Superreichen". Er habe "rhetorisch eine Menge Punkte gegen die Republikaner gemacht", so ZDF-Korrespondent Theveßen über US-Präsident Bidens Rede zur Lage der Nation.

08.02.2023 | 01:26 min

Sanders: Biden als Oberbefehlshaber ungeeignet

Die Republikanerin Sarah Huckabee Sanders griff Biden ebenfalls scharf an warf ihm auch mangelnde Führung vor.
Die Schwäche von Präsident Biden gefährdet unsere Nation und die Welt.
Sarah Huckabee Sanders
Das sagte die frühere Sprecherin von Ex-Präsident Trump bei ihrer Gegenrede. Traditionell gibt es bei der Ansprache des Präsidenten eine Replik der jeweils anderen Partei. Huckabee ist mittlerweile Gouverneurin des südlichen US-Bundesstaates Arkansas.
"Präsident Biden ist nicht bereit, unsere Grenzen, unseren Luftraum und unsere Bevölkerung zu verteidigen", so Huckabee weiter. "Die Weigerung des Präsidenten, China, unserem stärksten Gegner, die Stirn zu bieten, ist gefährlich und inakzeptabel." Er sei als Oberbefehlshaber ungeeignet.
Sarah Huckabee Sanders hielt die Gegenrede für die Republikaner.Quelle: AP

Chinesischer Ballon über US-Gebiet

Sanders spielte damit auf das Auftauchen eines mutmaßlich zu Spionagezwecken genutzten chinesischen Überwachungsballons über US-Territorium an. Das US-Militär hatte den chinesischen Ballon am Samstag vor der Küste des Bundesstaates South Carolina über dem Atlantik abgeschossen, nachdem er tagelang über das Land geflogen war. Prominente Republikaner hatten Biden Schwäche gegenüber der aufstrebenden Großmacht China vorgeworfen.
[Dass während Trumps Präsidentschaft drei solcher Ballons ohne Abschuss über die USA geflogen sind, lesen Sie hier: Will China bewusst provozieren?]
Sanders kritisierte Biden dafür, dass die Menschen in den USA mit den Konsequenzen einer gescheiterten Politik leben müssten, während sich seine Regierung "mehr für woke Fantasien zu interessieren scheint als für die harte Realität, mit der die Amerikaner jeden Tag konfrontiert sind".
Als woke (übersetzt etwa "aufgewacht") wird jemand bezeichnet, der Ungerechtigkeiten in einer Gesellschaft empfindet und diese thematisiert. Das Adjektiv ist mittlerweile negativ behaftet und zum Kampfbegriff der Konservativen geworden.
Quelle: dpa

Themen

Mehr zum Thema