: Lohnt sich Gold als Geldanlage?

von Zarah Reinders
04.04.2024 | 06:41 Uhr
Gold gilt als krisenfest. Anlegerinnen und Anleger haben zahlreiche Möglichkeiten, in das Edelmetall zu investieren. Ein Überblick über Chancen und Risiken.

Kriege, Krisen und Spannungen treiben den Goldpreis derzeit hoch. Auch durch seine Rolle als weltweite Währungsreserve und in Erwartung sinkender Zinsen ist der Preis für Gold schon länger auf einem Höhenflug. Seit Jahresbeginn stieg er um 12 Prozent.

15.04.2024 | 03:31 min
Der Wert von Gold hat sich in der Vergangenheit oft gegenläufig zum Aktienkurs verhalten: Sank der Preis der Unternehmensanteile, wurde es höher gehandelt. Ein guter Grund zum Investieren?
Optionen, in Gold zu investieren, gibt es einige - etwa in Form von Wertpapieren. Doch das Investment birgt auch Risiken.

Gold: Nur als Teilanlage geeignet

Trotz seiner Krisenfestigkeit hat der Goldpreis in der Vergangenheit mit Kurseinbrüchen zu kämpfen gehabt. Hinzu kommt: Anders als bei Unternehmen - deren Wert unter anderem an ihrem Gewinn gemessen wird - ergibt sich der Wert von Gold vor allem durch Angebot und Nachfrage. Er wird insbesondere dadurch bestimmt, dass viele Menschen den Rohstoff kaufen wollen.
Sowohl Roland Aulitzky von Stiftung Warentest als auch Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen betonen daher, dass Anlegerinnen und Anleger eine Investition in Gold nur als Beimischung ihres Portfolios nutzen sollten. Sie empfehlen, maximal zehn Prozent des eigenen Vermögens zu investieren.
Zum reinen Vermögensaufbau eignet sich Gold weniger, es ist eher eine Möglichkeit, seine Wertanlagen zu diversifizieren.
Roland Aulitzky, Redakteur bei Stiftung Warentest

Gold an der Börse

Wollen Anlegerinnen und Anleger an der Börse in Gold investieren, können sie das zum Beispiel über Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities) tun. Das sind Wertpapiere, die von Unternehmen angeboten werden und direkt an den Goldpreis gekoppelt sind.
Ein Nachteil: ETCs sind Schuldverschreibungen. Sollte der Anbieter insolvent gehen, kann auch das privat investierte Geld betroffen sein.

Mehr Sicherheit durch physische ETCs

Roland Aulitzky rät daher zu physisch hinterlegten Gold-ETCs: Die Anbieter kaufen von dem Fondsvolumen der Anlegerinnen und Anleger Goldbarren und lagern diese. "Bei einer Insolvenz könnten Anlegerinnen und Anleger durch den Verkauf dieser Barren ihr Geld im günstigsten Fall vollständig zurückerhalten", erklärt Aulitzky.
Zudem bieten einige Unternehmen an, die Barren an die Investorinnen und Investoren zu verschicken. Ein Hinweis des Experten: Die Kosten für Transport und Lagerung im Blick behalten.

Aktien, Aktienfonds und Edelmetall-ETFs

Alternativ zu ETCs gibt es Aktien von Goldminen-Unternehmen, die zudem zu Fonds zusammengefasst werden. Aulitzky gibt hier zu bedenken: "Es ist nicht sicher, dass Goldminen-Aktien entsprechend dem Goldpreis steigen". Denn hier spiele auch der geschäftliche Erfolg der betreffenden Unternehmen eine große Rolle.
Legen Sparerinnen und Sparer nicht ausschließlich Wert auf Gold im Depot, können Edelmetallfonds eine weitere Möglichkeit sein. Diese investieren neben Gold zum Beispiel auch in Silber und Platin, erklärt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale.

Gold verkaufen ist kompliziert

Bevorzugen Anlegerinnen und Anleger den Kauf von physischem Gold, raten die Experten eher zu Barren oder Münzen als zu Goldschmuck. Beim Verkauf von Schmuck bestehe die Gefahr, nur den reinen Materialwert zu erhalten, ordnet Scherfling ein. Die Leistung des Handwerks würde im Preis oft nicht berücksichtigt.

Gold kaufen und verkaufen

Drei Tipps zum Kauf und Verkauf von physischem Gold

  1. Beim Verkauf immer mehrere Angebote einholen, die Preise können um mehrere hundert Euro schwanken.
  2. Münzen nicht aus der Originalverpackung entfernen, selbst kleine Kratzer können zu einem erheblichen Wertverlust führen.
  3. Besonders Online-Schätzangebote gründlich auf Seriosität prüfen.

Drei Tipps zur Aufbewahrung von Gold

Aufbewahrung im Bankschließfach:

Bei versicherten Bankschließfächern sollte die Versicherungssumme auch den Wert des Goldes abdecken.

Aufbewahrung zu Hause:

Anlegerinnen und Anleger sollten prüfen, ob ihre Haftpflichtversicherung Wertsachen wie Goldmünzen mitversichert.

Zudem empfiehlt Ralf Scherfling zeitnah zu prüfen, wie Besitzerinnen und Besitzer einen möglichen Schadensfall gegenüber der Versicherung nachweisen müssen.

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Warum Gold mehr als eine Geldanlage ist

In anderen Kulturen gilt Gold nicht immer nur als Wertanlage. Ein Beispiel hierfür ist seine besondere Bedeutung bei türkischen Hochzeiten. In einer traditionellen Zeremonie behängen die Gäste die Braut oft mit Goldschmuck. Damit soll die Frau im Trennungsfall abgesichert werden, so die Tradition.
Eine Tradition, die auch schon durch die deutsche Gerichtsbarkeit beantwortet wurde: Unter besonderen Umständen hat die deutsche Rechtsprechung die türkische übernommen, erklärt Scheidungsanwältin Gamze Deral. Goldgeschenke würden bei einer Scheidung nicht auf den Unterhalt angerechnet werden.
Gamze Deral empfiehlt den Bräuten, die Aufbewahrung des Goldes nicht anderen Familienangehörigen zu überlassen. "Im Scheidungsfall ist es dann deutlich schwieriger die ursprüngliche Besitzerin nachzuweisen", so Gamze Deral.

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