: Fünf Tipps für einen sauberen Pool

von Thorsten Siegmund
19.08.2023 | 07:23 Uhr
Glasklares Wasser, saubere Oberfläche: Wer seinen Pool regelmäßig reinigt und pflegt, kann die Wasserqualität lange erhalten. Fünf Tipps vom Experten, wie der Pool sauber bleibt.

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Jeder Pool benötigt eine passende Filteranlage und muss gechlort werden, damit das Wasser darin frisch und möglichst keimfrei bleibt. "Eine regelmäßige Überprüfung von Chlor- und pH-Wert sind aber genauso unerlässlich wie eine stetige Reinigung", sagt Experte Maximilian Faber. Er ist Betriebsleiter eines Freibads und hat fünf Tipps, wie der Pool sauber bleibt.

Tipp 1: Regelmäßig chloren und Chlorwert prüfen

Chlor gilt als die zuverlässigste und unkomplizierteste Methode der Wasserdesinfektion. Eine Chlortablette täglich kann dafür schon ausreichen. In einem Dosierschwimmer löst sie sich langsam auf.
Je nach Größe des Pools können zusätzliche Stoßchlorungen nötig sein. Dafür wird Chlorgranulat in Wasser aufgelöst und in den Pool gegeben. Mithilfe von Teststreifen sollte der Chlorwert regelmäßig überprüft werden. Faber erklärt:
Im Privatpoolbereich sind Werte bis 1,5 Milligramm pro Liter absolut in Ordnung.
Maximilian Faber, Betriebsleiter Freibad
"In den USA liegt der Grenzwert sogar bei 5,0 [Milligramm]. Auch da trägt keiner Gesundheitsschäden davon," so Faber weiter.

Der Pool "kippt um" - warum?

Quelle: dpa
Extremes Wetter, eine falsche Chlorung oder ungenügende Säuberung - die Gründe für eine Verschlechterung der Wasserqualität können ganz vielfältig sein. Verfärbt sich das Wasser, haben sich meist Grünalgen gebildet. Sie sind ein Nährboden für Keime oder Bakterien. Die richtige Chlorung tötet Keime und Bakterien ab.

Tipp 2: Salz als Desinfektionsalternative

Eine Alternative zu Chlor ist Salzwasser. Dafür wird eine Salzwasseranlage benötigt. Das Salz wird in den Pool gegeben, die Salzwasseranlage an das Filtersystem angeschlossen. In der Anlage findet eine Elektrolyse statt. Das Salz wird gespalten, Natrium von Chlorid getrennt.
Man sollte aber wissen, dass es am Ende auch ein Chlorprodukt ist. Man stellt es nur selbst her.
Maximilian Faber, Fachmann für Wasserreinigung

Tipp 3: pH-Wert checken

Der pH-Wert gibt an, ob Poolwasser sauer oder alkalisch ist. Reines Wasser hat einen Wert von 7. Liegt der Wert darunter, ist das Wasser sauer, über 7 ist das Wasser alkalisch. "Werte zwischen 6,8 und 7,5 sind kein Anlass zur Sorge", erläutert Faber.
Aber: Bei höher abweichenden Werten kann der Säureschutzmantel der Haut angegriffen werden. Das kann zu Hautschädigungen oder Augenreizungen führen.
Auch der pH-Wert sollte daher mindestens einmal pro Woche überprüft werden. Wer keine Routine hat, sollte ihn täglich checken. Das geht ganz einfach mit Hilfe eines pH-Teststreifens. Fertige pH-Wert-Produkte aus dem Baumarkt helfen, zu hohe oder zu niedrigen Werte zu korrigieren.

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Tipp 4: Poolgröße und Filteranlage

Ein Pool benötigt ein auf seine Größe angepasstes Filtersystem. Sandfilteranlagen haben sich als zuverlässiges und kostengünstiges System etabliert. Sie funktionieren so: Schmutz, der sich im Sand sammelt, wird durch Rückspülen entfernt.
"Eine Filteranlage muss nicht 24 Stunden am Tag laufen. Mehrere Stunden sollten es aber schon sein", rät Faber. Zusätzlich sollte Oberflächenwasser über einen Skimmer oder eine Überlaufrinne für die Filtration abgenommen werden. Hier sammeln sich die meisten Schmutzstoffe an.

Filterbälle als Filteralternative

Eine Alternative zum Sand sind spezielle Bälle, mit denen die Filteranlage befüllt wird. In sauberem Zustand erinnern sie optisch an Schneebälle. Sie können sehr kleine Staub- und Schmutzpartikel aufnehmen. Die Bälle sind recht handlich im Gegensatz zum schweren Sandfiltersystem. Nach einigen Wochen sind die Bälle meist schwarz, müssen aus der Filteranlage herausgeholt und in der Waschmaschine gereinigt werden. Dieser Reinigungsaufwand der Bälle selbst darf nicht vernachlässigt werden, da sie sonst nicht mehr ausreichend Staub- und Schmutzpartikel aufnehmen.

Tipp 5: Pool-Boden regelmäßig reinigen

Mit einem Kescher sollte mindestens einmal täglich sichtbarer Schmutz wie Blätter entfernt werden. Da sich Schweb- und Sinkstoffe auch auf den Boden absetzen oder in schwer erreichbaren, sogenannten "Totzonen" hängen bleiben, sollte der Boden einmal pro Woche gereinigt werden. Dafür kann ein Pool-Sauger per Hand oder ein Saug-Roboter eingesetzt werden.
Steht der Pool in der Nähe von Bäumen, sollte er nachts mit einer Plane oder einem Rollo abgedeckt werden. Das schützt vor Umwelteinflüssen. Es hilft zudem auch, dass ein beheizter Pool nachts nicht zu stark abkühlt.

Poolwasser ist grün und trüb?

Generell gilt: Wird der Pool trotz Pflege milchig oder grün, sollte man laut Maximilian Faber Sofortmaßnahmen ergreifen: "Erstmal kontrollieren, wie die Hygieneparameter sind. Wenn der pH-Wert stimmt, eine Stoßchlorung vornehmen und dann natürlich auch eine Filterreinigung durchführen."
Ein Ablassen des Wassers sollte nur die letzte Alternative sein.
Maximilian Faber, Betriebsleiter Freibad
Die beste Prophylaxe sind stimmige Wasserwerte. Wer regelmäßig Chlor- und pH-Wert überprüft und das Becken säubert, erhält die Wasserqualität.

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