: Was bei der Pflege von Kamelien wichtig ist

von Ebba Petzsche
10.03.2024 | 07:16 Uhr
Die Kamelie ist ein Garant für Blütenpracht - sie wird nicht umsonst "Rose des Winters" genannt. Gepflanzt wird sie am besten im Frühling. Hier gibt's Tipps zu Kauf und Pflege.

Kamelien zählen zu der Familie der Teestrauchgewächse und gelten als anspruchsvolle Pflanzen. Garten-Experte Elmar Mai gibt Tipps, mit denen die richtige Pflege gelingen kann.

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Kamelien sind für Pflanzenexperte Elmar Mai eine echte Bereicherung im Garten. Nicht nur, weil Mai sie "wunderschön" findet, sondern auch, weil ihre vielen Blüten in verschiedenen Farben und Formen zahllose Gestaltungsmöglichkeiten bieten und sie in Problembereichen - nämlich im Schatten - gedeihen.
"Die zahlreichen Sorten unterscheiden sich vor allem in den Blüten, aber auch durch die Wuchs- und Blattform", erläutert Elmar Mai. "Kenner unterscheiden zwischen einfachblühenden, halbgefüllten, gefüllten, anemonenblütigen, päonien- und rosenartigen Formen, um nur einige zu nennen." Die Größe der Blüten variiert von zwei bis zu 25 Zentimetern.

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Herkunft der Kamelie

Die Gattung "Camellia" stammt aus der Familie der Teegewächse. Sie umfasst über 200 wilde Strauch- und Baumarten, die je nach Art bis zu 25 Meter hoch werden können und extrem langlebig sind. Die Heimat der Kamelien liegt in Ostasien und erstreckt sich von den vorgelagerten Inseln von Nepal über China und Korea bis Japan und nach Süden bis Vietnam.

So kam die Kamelie nach Europa

Die Kamelie sei aufgrund eines Schwindels erstmals nach Europa gekommen, erklärt Pflanzenexperte Elmar Mai. Die Engländer wollten von ihrem Teelieferanten China Teepflanzen, um eigenständig Tee anbauen zu können. Die Chinesen aber hätten den ahnungslosen Europäern statt der begehrten Teepflanzen wertlose Kamelien angedreht. Die Pflanzen gehören der gleichen Gattung an, die Blätter sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Zur Teeerzeugung sind Kamelien allerdings ungeeignet. Dafür haben sie im Gegensatz zu den unscheinbaren Teeblüten besonders prächtige Blüten.

Kamelien-Standort: Entscheidend beim Kauf

Kriterien für den Kauf einer Kamelie sind vor allem der Standort, ob sie im Topf oder im Garten gepflanzt werden sollen und die Überwinterungsmöglichkeiten. Auch Kamelien, die als winterhart verkauft werden, überleben nicht unbedingt Frost. Kamelien aus dem Gewächshaus oder klimatisch milden Gebieten seien nicht immer ausreichend abgehärtet, warnt der Pflanzenexperte.
Um sicherzugehen, dass Blütenfarbe und -form gefallen, empfiehlt Mai, blühende Pflanzen zu kaufen. Die Blütezeit erstreckt sich bei Kamelien je nach Sorte vom Frühling bis in den Herbst.

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Wann kann man eine Kamelie einpflanzen?

Die Kamelie sollte am besten im Frühling bei milderen Temperaturen ausgepflanzt werden. Die Pflanzen haben somit bis zum nächsten Winter ausreichend Zeit, mit ihren Wurzeln gut im Boden einzuwachsen. Indem früh blühende Sorten mit mittleren und späten Sorten (die bis zum Herbst blühen) kombiniert werden, lässt sich die Blütezeit ausdehnen.

Kamelie im Topf pflegen

Damit bei Kamelien im Topf keine Staunässe entsteht, sollte man einen Topf mit Loch verwenden, der nicht viel größer als der Wurzelballen ist. Den Topf zum Teil mit Erde füllen. Vor dem Einsetzen die äußeren Wurzeln vorsichtig lockern. Pflanze einsetzen, nochmals Erde nachfüllen, bis der Ballen fünf bis zehn Zentimeter unter der Topfkante ist, zum Abschluss angießen.

Vorteile von Kamelien in Töpfen

  • Es wird kein Garten benötigt, ein kleiner Balkon, Treppenhaus o.ä. reichen aus.
  • Die Arbeit, ein extra Beet zu bauen, weil die Erde im Garten nicht geeignet ist, entfällt.
  • Kamelien in Töpfen sind mobil und müssen deshalb nicht winterhart sein.

Saure Erde für Kamelie benötigt

Die Kamelie braucht einen sauren Boden, also Erde mit einem niedrigen pH-Wert, vergleichbar mit dem Rhododendron. Daher sollte man entweder Rhododendronerde kaufen oder selbst Erde mischen.

Kamelienerde selbst mischen

Um Kamelienerde selbst zu mischen, jeweils zwei Anteile aus Kokosfasern, Rindenkompost, Torf und Perlit (aufgeschäumtes Lavaglas-Gestein zum Lockern der Erde und Speichern von Feuchtigkeit) mit Blumenerde mischen.

Kamelie: Wässern, düngen und schneiden

Kamelien werden am besten mit Regenwasser gegossen. Da sie empfindlich auf Kalk reagieren, brauchen sie weiches Wasser. Düngung benötigen sie kaum, gegebenenfalls in der ersten Hälfte des Jahres. Wenn die Kamelie im Winter mit Eichenlaub bedeckt ist, liefert das sowohl Kälteschutz als auch genug Nährstoffe und Feuchtigkeit.
Überdüngung sei bei Kamelien ein großes Problem, sagt Pflanzenexperte Elmar Mai. Jahr für Jahr sei dies auch der Hauptgrund, weswegen diese Pflanzen eingehen. Gedüngt werde daher am besten nur in der ersten Jahreshälfte mit der halben Konzentration eines Rhododendrondüngers, erklärt Mai.
Beschneiden sei bei Kamelien nicht grundsätzlich notwendig, so Mai. Schwache, kranke oder sich kreuzende Triebe sollten aber entfernt werden. Bei kompakt wachsenden Sorten ist es günstig, sie auszulichten. Kamelien sollten am Ende ihrer Blütezeit geschnitten werden. Dann heilen die Schnittstellen am besten.

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Kann eine Kamelie draußen überwintern?

Kamelien eignen sich nicht besonders gut als Zimmerpflanzen. In geheizten Räumen überlebten sie bestenfalls vier Wochen, sagt Elmar Mai. "Stehen sie allerdings im kalten Wintergarten, dann werden sie nicht selten weit über hundert Jahre alt."
Pralle Sonne gilt es zu meiden, Kamelien bevorzugen es schattig. Der ideale Standort für Freilandkamelien sei eine geschützte Ecke am Haus. So könnten einige robuste Sorten fast das ganze Jahr über draußen gehalten werden - von der Dauerfrostperiode abgesehen, erklärt der Experte.
Ebba Petzsche ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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