: Netanjahu: Rafah-Offensive wird stattfinden

17.02.2024 | 21:47 Uhr
Ministerpräsident Netanjahu hat bekräftigt, dass Israels Militär eine Offensive in der Stadt Rafah starten wird. Zuvor will man Zivilisten ermöglichen, das Gebiet zu verlassen.

In Tel Aviv haben tausende Israelis protestiert - sie forderten Neuwahlen und eine Feuerpause. Netanjahu erklärte, er halte an der Militär-Offensive auf Rafah im Süden Gazas fest.

18.02.2024 | 00:26 min
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat ungeachtet internationaler Warnungen bekräftigt, dass eine militärische Offensive Israels auch in Rafah im südlichen Gazastreifen kommen werde. "Natürlich erst, nachdem wir es den Zivilisten in den Kampfgebieten ermöglichen werden, sich in sichere Gebiete zu begeben", sagte Netanjahu in Jerusalem vor Journalisten. Man werde sich in der Frage internationalem Druck nicht beugen, betonte er.
Wer uns an dem Einsatz in Rafah hindern will, sagt uns letztlich 'verliert den Krieg'.
Benjamin Netanjahu, israelischer Ministerpräsident
Er werde dies nicht zulassen. Israel bereitet im Gaza-Krieg eine Militäroffensive auf die an Ägypten angrenzende Stadt Rafah vor, um auch dort gegen die islamistische Hamas vorzugehen. In dem Ort im Süden des Palästinensergebiets haben Hunderttausende Binnenflüchtlinge Schutz gesucht.

Die humanitäre Lage im Gazastreifen wird mit jeder Stunde dramatischer. Auf der Münchener Sicherheitskonferenz wurde deshalb eindringlich eine Feuerpause gefordert.

18.02.2024 | 01:30 min

Geplante Rafah-Offensive Israels führt zu internationaler Kritik

Die Pläne für eine Ausweitung der israelischen Einsätze in der überfüllten Stadt stoßen international auf große Kritik. Auch die USA hatten davor gewarnt. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte mit Blick auf Rafah die Einrichtung langfristig sicherer Orte für die Menschen dort verlangt.

Deutschlands Einfluss auf Israel reiche nicht aus, um dem "humanitären Desaster, das sich im Gazastreifen abspielt, entgegenwirken zu können", so Nahost-Experte Daniel Gerlach.

15.02.2024 | 04:28 min
Auslöser des israelischen Einsatzes im Gazastreifen ist das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober in Israel verübt hatten. Auf israelischer Seite wurden dabei mehr als 1.200 Menschen getötet. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive.

Netanjahu: Werden mit Hamas-Führung "Rechnung begleichen"

Netanjahu bekräftigte, man werde mit der Hamas-Führung "die Rechnung begleichen". Dies sei nur eine Frage der Zeit. Netanjahu sagte, man werde sich auch in der Frage einer künftigen Friedensregelung mit den Palästinensern keine Vorschriften von internationalen Parteien machen lassen.
Eine Regelung kann nur durch direkte Verhandlungen zwischen beiden Seiten ohne Vorbedingungen erzielt werden.
Benjamin Netanjahu, israelischer Ministerpräsident
ZDFheute Infografik
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Netanjahu reagierte auch auf Medienberichte, denen zufolge die USA und andere Bündnispartner auch ohne israelische Zustimmung einen palästinensischen Staat anerkennen könnten. Israel unter seiner Führung werde sich vehement gegen solch eine "einseitige Anerkennung eines palästinensischen Staates wehren", sagte der Regierungschef. Er kritisierte, nach dem 7. Oktober könnte es "keinen größeren Preis für diesen beispiellosen Terror geben".
Quelle: dpa

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