Update

: Ministerpräsidenten, Migration, Achtelfinale

von Anne Gellinek
20.06.2024 | 06:04 Uhr
Bei der EM läuft es, vermutlich beflügelt das auch die Laune von Dauer-Optimist Olaf Scholz. Am Nachmittag könnte Schluss sein mit guter Laune.

Guten Morgen,

Kanzler Olaf Scholz hatte den richtigen Riecher: Er ging gestern Abend ins Stuttgarter Stadion und sah die deutsche Mannschaft siegen. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban war übrigens auch da und hatte den deutlich weniger schönen Abend.

19.06.2024 | 08:03 min
Die Deutschland-Party geht also weiter und vermutlich sieht sich Dauer-Optimist Olaf Scholz jetzt bestätigt, dass es doch gar nicht so schlecht läuft in der Ampel und im ganzen Land. Aber spätestens am Nachmittag dürfte Schluss sein mit guter Laune. Denn dann ist Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. Hauptproblem: Migration.
Die Chefs der unionsgeführten Länder haben ein neues Lieblingsthema entdeckt: Asylverfahren sollen künftig nicht mehr in Deutschland, sondern in Drittstaaten außerhalb der EU durchgeführt werden. Das soll Migranten erstens abschrecken und zweitens ihre Abschiebung unnötig machen, falls sie keinen Asylgrund haben - denn sie wären ja noch gar nicht eingereist.

19.06.2024 | 03:05 min
Tatsächlich hat die Bundesregierung eine "Prüfung" zugesagt, ob solche ausgelagerten Asylverfahren möglich seien, erste Erkenntnisse könnten am Nachmittag präsentiert werden.
Bislang allerdings gibt es wenige Experten, die daran glauben, dass die Drittstaatenlösung wirklich funktionieren kann. Das Ruanda-Modell der britischen Konservativen scheint mausetot, jede Menge Klagen haben bisher verhindert, dass auch nur EIN Asylbewerber nach Afrika geflogen wurde.
Dazu kommt, dass die EU gerade in der gemeinsamen Asylpolitik das "Verbindungsmoment" festgelegt hat. Ein Flüchtling muss also eine Verbindung zu dem Land haben, in dem das Asylverfahren durchgeführt wird. Welches Land könnte das sein? Albanien? Georgien?
Keine Gute-Laune-Fragen für Kanzler, Ministerpräsidentinnen und -präsidenten. Trotz der Vorbereitung der Konferenz haben sicher fast alle gestern Abend Fußball geschaut. Und dabei gesehen: Ein Drittel der Spieler der deutschen Nationalmannschaft (9 von 27) hat einen Migrationshintergrund.
Einen unbeschwerten Tag mit oder ohne Fußball wünscht Ihnen
Anne Gellinek, stellvertretende Chefredakteurin

Zahl des Tages

Ende 2023 waren weltweit 117,3 Millionen Menschen auf der Flucht - und somit 8,8 Millionen Menschen (oder acht Prozent) mehr als noch Ende 2022. Das geht aus dem Global Trends Report des UNHCR zum Weltflüchtlingstag hervor, den die Organisation bereits in der Vorwoche vorstellte. Eine Verbesserung ist leider nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die Zahl der weltweit Vertriebenen steigt weiter.

Das steht bei der EM in Deutschland an

Während die deutsche Elf am Vorabend das erste Etappenziel Achtelfinale vorzeitig erreicht hat, wird es heute in Gruppe C spannend. Am Nachmittag treffen Slowenien und Serbien aufeinander. Um 18 Uhr treten in derselben Gruppe England und Dänemark in Frankfurt/Main gegeneinander an - mit royalem Beistand: Erwartet werden Dänemarks König Frederik X. und der britische Thronfolger Prinz William. Die Engländer könnten mit einem Sieg den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen (live in ZDF).
Zwei weitere Top-Nationen bestreiten das späte Spiel: Um 21 Uhr trifft Mitfavorit Spanien in der Gruppe B in Gelsenkirchen auf Italien (live im ZDF). Beide Mannschaften waren jeweils mit einem Sieg in das Turnier gestartet.
Alles Aktuelle zur EM gibt es auch in unserem Liveblog.

Was heute noch wichtig ist

Kremlchef Wladimir Putin besucht Vietnam: Nach seiner Reise nach Nordkorea besucht Russlands Präsident Wladimir Putin heute Vietnam.
Bundeswirtschaftsminister Habeck auf Ostasien-Reise: Robert Habeck (Grüne) beginnt seine Ostasien-Reise in Südkorea. Zentrale Themen des Besuchs sind unter anderem Wirtschaftssicherheit, Klimaschutz und Energiepolitik.
Ifo-Konjunkturprognose: Die Münchener Wirtschaftsforscher veröffentlichen ihre Sommerprognose für die deutsche Wirtschaft.

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Gesagt

Dann bin ich auf die Bühne gekommen und in der ersten Reihe schrien die Mädels. Da wusste ich: Das ist es.
Lionel Richie
Er sei zu klein für Basketball, zu dünn für Fußball, zu langsam fürs Sprinten, sagte Lionel Richie einmal. Der einzige Sport, den er habe machen können, sei Tennis gewesen. Aber auf dem Tennisplatz habe es keine Mädels gegeben. Dann kam die Bühne. Mit Songs wie "Hello" oder "Say You, Say Me" wurde der Musiker weltbekannt - und trat auch schon bei den Feiern zur Krönung von Charles III. in Großbritannien auf. Lionel Richie wird heute 75 Jahre alt.

Die Nachrichten im Video

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

19.07.2024 | 02:06 min
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So wird das Wetter heute

Am Donnerstag scheint häufig die Sonne. Mehr Wolken gibt es im Westen und Südwesten. Hier kommen etwa ab Mittag Schauer und Gewitter dazu. Die Temperatur steigt auf Werte von 18 bis 30 Grad.
Quelle: ZDF
Zusammengestellt von Ulrike Hauswald und Thorsten Duin
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