: Was Asiatische Tigermücken gefährlich macht

von Kaja Adchayan
01.08.2023 | 08:55 Uhr
Die Asiatische Tigermücke breitet sich zunehmend in Deutschland aus. Die schwarz-weißen Stechmücken sind am Tag aktiv - und können ernstzunehmende Viren übertragen.

Die asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien und ist auch schon in Deutschland angekommen. In Mainz wurden bereits erste kleinere Populationen nachgewiesen.

03.07.2023 | 03:46 min
Sie ist kleiner als eine Ein-Cent-Münze, stechfreudig und sehr anpassungsfähig: die Asiatische Tigermücke. Die schwarz-weiß getigerte Stechmücke stammt ursprünglich aus Südostasien. In den 90er-Jahren wurde sie durch den internationalen Waren- und Personenverkehr nach Europa eingeschleppt. 2007 wurde sie erstmals in Deutschland nachgewiesen.
Seitdem breitet sich die Tigermücke Jahr für Jahr in Deutschland aus. Neue Populationen sind zuletzt vor allem in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg entstanden. Städte und Gemeinden versuchen, die Ausbreitung einzudämmen, was sich allerdings als schwierig gestaltet.

"Die Tigermücke kann potenziell Viren übertragen. Das macht uns Sorgen", so der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Grund zur Panik gebe es aber nicht: In Deutschland seien noch keine Fälle aufgetreten.

19.05.2023 | 04:31 min

Wasseransammlungen als Brutstätte für Tigermücke

Als Brutstätte genügen der Tigermücke - wie jeder Mücke - bereits kleinste Wasseransammlungen, etwa in Gießkannen, Blumentöpfen, Regentonnen, demontierten Autoreifen, Schirmständern oder auf Planen.
In den betroffenen Gebieten ist es wichtig, in allen Ecken des Gartens und Außengeländes versteckte Brutstätten ausfindig zu machen und sie gegebenenfalls zu beseitigen.
Stadt Heidelberg

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Städte setzen auf Bakterium BTI zur Bekämpfung

Um eine Ausbreitung einzudämmen, setzen einige Städte auf das Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis, kurz BTI. Es dient der Bekämpfung von Larven. Haustiere, Bienen und andere Insekten kämen durch den Einsatz nicht zu schaden, betont unter anderem die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage.
Die Umweltschutzorganisation BUND stellt die Unbedenklichkeit von BTI als Bekämpfungsmittel dagegen in Frage. "Die Bevölkerung sollte mehr über die negativen Auswirkungen des BTI auf den Naturhaushalt informiert werden", schreibt die Kreisgruppe Traunstein des BUND in einer Stellungnahme. So solle ein Anreiz für mehr Eigenverantwortlichkeit beispielsweise bei der Reduzierung von Mückenbrutorten im häuslichen Bereich und im Garten geschaffen werden.

In Deutschland haben sich neue Stechmückenarten ausgebreitet, die gefährliche Krankheiten übertragen können. Woran liegt das und wie kann man sich dagegen schützen?

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Wie man sich vor Stichen schützen kann

Da die Tigermücke dunkle Farben bevorzugt, empfiehlt es sich im Freien lange, helle Kleidung zu tragen. Außerdem kann man potenzielle Brutgewässer austrocknen, z.B. in Gießkannen. Desweiteren helfen Fliegengitter an Fenstern und an Balkontüren. Mit einem Anti-Mückenspray mit DEET oder Icaridin als Wirkstoff kann man sich zusätzlich schützen.

Wenn sich nach einem Mückenstich ungewöhnliche Reaktionen wie Magen-Darm-Probleme zeigen oder die Betroffenen eine Entzündung vermuten, sollten sie die Stelle von einem Arzt untersuchen lassen.

Quelle: ZDF

Tigermücke kann bis zu 20 Krankheitserreger übertragen

Die Sorge über das vermehrte Auftreten der Tigermücke hat einen Grund: "Sie kann weit über 20 verschiedene Krankheitserreger übertragen", sagt Doreen Werner, Biologin vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Dazu gehören das Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus.
Das macht die Tigermücke für uns zu einem relativ gefährlichen Insekt.
Dr. Doreen Werner, Biologin vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung
Hinzu kommt, dass sie vor allem tagsüber sticht und dabei sehr aggressiv ist.
Weitere Infos zur Tigermücke

Klimawandel begünstigt Infektionen

Voraussetzung für die Übertragung ist, dass die Mücke zuvor eine bereits infizierte Person gestochen hat. Das sei bislang in Deutschland nicht beobachtet worden, berichtet das Robert-Koch-Institut (RKI), betont aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit für Infektionen durch den Klimawandel steigt. "Je länger sommerliche Warmwetterphasen anhalten, desto mehr steigt das Risiko auch für größere Ausbrüche."

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