: Tipps und Tricks zur richtigen Pflanzenpflege

von Elmar Mai
14.05.2023 | 05:14 Uhr
Auch Pflanzen können krank werden. Worauf man bei der Pflege achten muss und welche Nützlinge man gegen Schädlinge einsetzen kann.
Bei manchen Pflanzen gibt es auch Sorten, die resistent gegen Krankheiten sind.Quelle: Colourbox.de

Kakteen haben andere Bedürfnisse als Balkonblumen

Eine gesunde Lebensweise verringert die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten. Pflanzen kommen aber aus unterschiedlichen Lebensbereichen und die Pflege muss sich an deren individuelle Bedürfnisse anpassen. Man muss ihre Ansprüche an den Boden, das Licht, den Wasserbedarf, die Nährstoffe und die Temperatur kennen.
Kakteen z.B. sind bei uns als Zimmerpflanzen beliebt. Gesunde Lebensweise heißt hier, sie bevorzugen ein humusarmes oder noch besser rein mineralisches Substrat. Sie mögen es im Sommer sehr hell und warm und benötigen mäßig Wasser und Dünger. Im Winter wollen sie es trocken und kühl. Stehen sie jedoch in handelsüblicher Blumenerde und werden sie zu stark gegossen, faulen sie leicht.
Hält man dagegen Balkonblumen wie Kakteen, kümmern sie und sind anfällig gegenüber Schädlingen. Sie brauchen eine gute Blumenerde, reichlich Wasser, viel Dünger und je nach Art Sonne oder Schatten. Kälte wird schlecht vertragen.

Äußere Faktoren für gesunde Pflanzen

Der Klimawandel und andere Faktoren wie Luftverschmutzung setzen der Pflanzengesundheit Grenzen. Und Arten aus anderen Klimaregionen kommen mit den hiesigen Bedingungen oft nicht klar. Hier sind Krankheiten oder Schädlinge vorprogrammiert. Durch internationalen Pflanzenhandel werden außerdem bei uns bisher unbekannte Krankheitserreger oder Schädlinge eingeschleppt, was zu großen Problemen führt. Hier helfen nur Importverbote.
Ein bekanntes Beispiel ist der Buchsbaumzünsler aus Ostasien, der sich seit den frühen 2000er Jahren in Deutschland ausbreitet und an Buchs große Schäden anrichtet. Eine giftfreie Gegenmaßnahme heißt, ihn durch ähnliche Pflanzen (z.B. Ilex crenata) zu ersetzen. Verzicht und Ausweichen auf Ersatz ist bei vielen Problemen oft die beste Möglichkeit.

Es grünt in unseren Wohnzimmern. Zimmerpflanzen sind beliebt. Monstera und Co. haben sich zur Massenware entwickelt - mit Folgen für Mensch und Umwelt in den Produktionsländern.

10.07.2022 | 28:40 min

Auf Nützlinge gegen Schädlinge setzen

Für den Hobbybereich gibt es immer weniger zugelassene Pflanzenschutzmittel, daher lautet die zeitgemäße Antwort, Alternativen zu finden. Es gibt mehrere Lösungsansätze.
Zum einen sind es natürliche Gegenspieler. Wer naturgerecht gärtnert, lockt automatisch Nützlinge an. Das fängt bei Marienkäfern, Schweb- oder Florfliegen gegen Blattläuse an, geht über Vögel, die in großen Mengen Raupen vertilgen und weiter über Igel und Kröten, die auch Nacktschnecken nicht verschmähen. Um sie dauerhaft im Garten zu halten, muss man entsprechende Strukturen schaffen, wie Trockenmauern, Nistkästen oder Stein-, Totholz- und Laubhaufen.

Bei Rosen und Phlox resistente Sorten nutzen

Spezielle Schädlinge müssen mit speziellen Nützlingen bekämpft werden. Fadenwürmer (Nematoden) gegen Dickmaulrüßler, Maikäfer oder Wiesenschnaken kann man bei Spezialbetrieben genauso bestellen wie Raubmilben gegen Spinnmilben oder australische Marienkäfer gegen Wollläuse. Gegen Raupen oder Moskitolarven helfen auch spezielle Stämme des Krankheitserregers Bazillus thuringiensis.
Resistente Pflanzen können bestimmte Krankheiten gar nicht erst bekommen. Rosen sind von allerlei Pilzkrankheiten bedroht. Das ADR-Siegel weist aber resistente Sorten aus. Auch von Wein und Zierpflanzen w. z.B. Phlox gibt es erbgesunde Sorten.

In Fargau, in der Nähe von Kiel züchten Frederik Moos und seine Frau Johanna 1.000 verschiedene Staudensorten. ZDF-Reporterin Sabine Platz erklärt, was man bei der Staudengärtnerei beachten muss.

22.04.2022 | 02:59 min

Mit Biotechnik Pflanzen helfen

Insektenweibchen verströmen bestimmte Duftstoffe (Pheromone), die der Partnerfindung und der Paarung dienen. Pheromone vom Apfelwickler, Pflaumenwickler, aber auch Lebensmittelmotten lassen sich künstlich herstellen und in Fallen einbringen, um Männchen anzulocken und zu töten.
Zur Schädlingsabwehr lassen sich Netze oder Vliese einsetzen, die den Schadinsekten wie z.B. dem Kohlweißling den Weg zur Futterpflanze verwehren. Tomaten sind besonders gegenüber der Krautfäule empfindlich. Ein einfacher Regenschutz bringt hier schon viel.
Schadinsekten reagieren oft auf Farben (blau oder gelb). Sie gehen speziellen Klebefallen auf den Leim.

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